
|| Kurzvita ||
Antje-Kathrin Mettin, geboren 1989 am Niederrhein, lebt in Wien und arbeitet als Schriftstellerin, Theatermacherin sowie Literatur- und Theaterwissenschaftlerin. In ihrer Arbeit begegnen sich Lyrik, Theater und Literaturwissenschaft. Sie schreibt Gedichte und Erzählungen, entwickelt und spielt Theaterproduktionen und forscht zu Literatur und Formen des Erzählens, insbesondere zum Märchen.
Nach Studien der Literatur- und Theaterwissenschaft in Leipzig und Paris war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig tätig und lehrte Theatergeschichte an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy. Künstlerische Erfahrungen sammelte sie während ihres Werdegangs unter anderem am Westflügel Leipzig sowie am Théâtre National de la Colline und dem Théâtre du Soleil in Paris.
2025 erschien ihr erster Gedichtband Schwesternschaften . fortzuspinnen . im Wehrhahn Verlag. Daneben veröffentlicht sie fortlaufend ihre lyrischen Continuationen, die Mikrogramme. Ihre Gedichte erschienen außerdem in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen, darunter Das Gedicht, das ¡Arte.Mira!-Magazin sowie im Spectrum der österreichischen Tageszeitung Die Presse.

|| Über mein Schaffen ||
»Um Worte zu ringen, um Ausdruck zu ringen, in der Dunkelheit der Welt nicht zu verzweifeln und an die Fäden der Hoffnung, des Glücks und der Leichtigkeit anzuknüpfen, aller Gewalt, allem Hass, dem Tod und Leid zum Trotz: dies ist, was gleichermaßen mein literarisches wie theatrales, mein künstlerisches wie wissenschaftliches Schaffen trägt. Die Fäden sind, schaut man aufmerksam hin, indes vielfach gesponnen: sie erreichen uns in den Überlieferungen alter Tage, in den wie durch’s Wunderbare geretteten Buchstaben, Klängen, Worten, Wünschen, Gedanken, Träumen und Widersprüchen all jener, die an der Schönheit der Welt, der Möglichkeit des guten, freundlichen, aufmerksamen Lebens, des ›tikkun olam‹, des Gestaltens von Quirligem, Eigenwilligem, Individuellem, Farbenprächtigem, Zartem festhielten und festhalten. Sie erreichen uns in Märchen und Gedichten, in Erzählungen und Schauspielen, in Musik und Kunst, in einer Wissenschaft, die staunt und zugleich das Leben für alle verbessern möchte. Diese Fäden fortzuspinnen ist, was mich dazu bewegt, selbst zu schreiben – im fortwährenden Versuch, dem Festgefügten, Herrischen, Imperativen, Suggestiven der Sprache zu entkommen und Schlupflöcher zu finden. Im Versuch, dem Zweifel am vermeintlich Eindeutigen und Starren Stimme und Luft zu geben und aus der Verzweiflung Mut und Kraft, koyekh un gevure, zu gewinnen.«


